{"id":3311,"date":"2024-06-22T19:00:00","date_gmt":"2024-06-22T17:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kisaki-muenster.de\/?p=3311"},"modified":"2024-10-06T10:30:58","modified_gmt":"2024-10-06T08:30:58","slug":"kein-karate-erstschlag-und-positionen-bei-der-sv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kisaki-muenster.de\/?p=3311","title":{"rendered":"Kein Erstschlag und Positionen bei der SV"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p>Eine helle, gro\u00dfe Sporthalle in M\u00fcnster, ein gro\u00dfer Kreis aus Turnb\u00e4nken, 60 Karateka sitzen eng an eng, es liegt Konzentration in der Luft. Ihre Aufmerksamkeit gilt <strong>Hanshi Uli Heckhuis, 9. Dan<\/strong>, der \u00fcber k\u00e4mpferisches Verhalten referiert.<\/p>\n<p>Uli f\u00fchrt die Gruppe durch bekannte Trainingssituationen, in denen es die individuelle Entscheidung jedes Karateka braucht, um von einer reinen Koordinations\u00fcbung in ein Trainieren der k\u00e4mpferischen F\u00e4higkeiten zu gelangen. \u201eIn den festgelegten Partnerformen verlieren die Beteiligten nach dem letzten Schlag h\u00e4ufig sofort ihre K\u00f6rperspannung. Der Kampf ist ja vorbei. Dann kann man sich entspannen\u201c, so Uli. \u201eIm realen Leben ist das aber nicht so. <strong>Man muss die Aufmerksamkeit, das <em>Zanshin<\/em> hochhalten, denn im Zweifel gibt es nicht nur einen Angreifer sondern gleich mehrere.<\/strong>\u201c Ist die innere Entspannung erstmal da, dann ist es umso schwieriger, blitzschnell wieder in den Verteidigungs- und Angriffsmodus zu schalten.<\/p>\n<p>Im etwa einst\u00fcndigen Mondo (japanisch: Lehrgespr\u00e4ch) lenkt er die Braungurte, Dantr\u00e4gerinnen und Dantr\u00e4ger durch bekannte Partner\u00fcbungen, zeigt Fehlerquellen auf, die in den Pr\u00fcfungen immer wieder vorkommen und teilt seine Beobachtungen. \u201eViele Karateka schlagen im Stand. Sind in sehr enger Distanz. Man muss aber in Bewegung bleiben, das funktioniert nicht, wenn ich mit dem ganzen Fu\u00df aufsetze\u201c, erkl\u00e4rt Uli. Ob das nicht eher nur etwas f\u00fcrs sportliche Kumite sei? Nein, denn besonders in der kurzen Distanz der Selbstverteidigung muss man in der Lage sein, seine Position zum Angreifer schnell zu wechseln, so Heckhuis.<\/p>\n<p><strong>Er fordert die Anwesenden auf, in ihren Vereinen dieses Grundverst\u00e4ndnis zu schaffen: Beginnend im Kihon sollten die Karateka lernen, das Zanshin zu bewahren, die Aufmerksamkeit und Wachheit hochzuhalten. Das Ge\u00fcbte wird dann in die festgelegten Partner\u00fcbungen \u00fcbertragen und erleichtert den Transfer in freie Selbstverteidigung und sportliches Kumite. Eine hohe Beweglichkeit am Partner bzw. am Angreifer sowie ein gutes Erfahrungswissen um Kampfdistanzen sind weitere wichtige Entwicklungsziele.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kyoshi J\u00fcrgen Kestner 8. Dan<\/strong> im Karate und in weiteren Kampfk\u00fcnsten graduiert, schlie\u00dft sich Ulis Vortrag an. Sein Erfahrungsschatz als Ausbilder bei der Polizei erm\u00f6glicht es ihm, seine Selbstverteidigungslehrg\u00e4nge regelm\u00e4\u00dfig an typische Angriffsmuster anzupassen, die in der Realit\u00e4t \u201edrau\u00dfen\u201c h\u00e4ufig vorkommen. <strong>Gerade wenn mehrere Personen angreifen, ist es wichtig, mit gesch\u00e4rften Sinnen zu agieren. Doch wenn das nicht einge\u00fcbt ist, hat man kaum eine Chance zu bestehen.<\/strong><\/p>\n<p>Im Karate-System sind wir bestrebt, unsere Techniken so zu verfeinern, dass eine einzige ausreicht, um den Kampf zu entscheiden. In vielen t\u00e4tlichen Auseinandersetzungen ist es jedoch oft nicht der Fall, dass die Verteidigenden ihre Angreifer optimal treffen, erl\u00e4utert J\u00fcrgen. Sie ben\u00f6tigen mehrere Techniken und werden w\u00e4hrenddessen wom\u00f6glich weiter attackiert. Die Situation ist oft hochdynamisch.<\/p>\n<p>J\u00fcrgen m\u00f6chte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Praxisteil auf diese realen Umst\u00e4nde vorbereiten. Schritt f\u00fcr Schritt f\u00fchrt er durch verschiedene Szenarien und arbeitet mit der Gruppe wichtige Aspekte heraus: Deckungsarbeit, Schlagsequenzen, Distanz- und Positionswechsel, den \u00dcberblick behalten, unter Stress handlungsf\u00e4hig bleiben und das L\u00f6sen vom Angreifer.<\/p>\n<p>Immer wieder bezieht sich J\u00fcrgen auf die Schwerpunkte aus dem Mondo, die Uli betont hatte. &#8222;Wir m\u00fcssen uns von dem Ippon-Gedanken, den wir vielerorts im Karate antreffen, verabschieden,&#8220; fordert J\u00fcrgen. &#8222;Das Training sollte darauf ausgerichtet sein, dass es mehrerer Techniken bedarf, um den Angreifer zu \u00fcberwinden.&#8220;<\/p>\n<p>J\u00fcrgen \u00fcbt mit der Gruppe spezifische Aufgabenstellungen. Mal attackieren die Angreifer permanent aus wechselnden Richtungen, ein anderes Mal sehen sich die Verteidigerinnen und Verteidiger gegen eine Wand geschubst und von einer Serie Pratzenhiebe \u00fcberzogen.<\/p>\n<p>Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer merken schnell, dass in der Hitze des Gefechts leicht Fehler passieren, die im Ernstfall gef\u00e4hrliche Auswirkungen haben k\u00f6nnen: Ein guter Konter \u2013 doch wo bleibt die Deckung? Gut abgewehrt \u2013 aber stehen geblieben? Den Angreifer im Fokus \u2013 doch nach dem L\u00f6sen vergessen, die Umgebung zu pr\u00fcfen?<\/p>\n<p>Immer wieder fordert J\u00fcrgen Karateka auf, die \u00dcbungen vorzumachen und weist auf die wichtigen Eckpfeiler und Aspekte der Ausf\u00fchrung hin.<\/p>\n<p>Bereits zum vierten Mal sind die beiden Kampfkunst-Experten zu Gast in M\u00fcnster und hier sind sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig, dass es sich definitiv lohnt, dabei zu sein: \u201eDie Stimmung hier ist immer mega konstruktiv und freundlich, und man kann immer richtig gute Inhalte mitnehmen\u201c, freut sich ein Lehrgangs-Gast.<\/p>\n<p><strong>Uli und J\u00fcrgen erinnern in diesem Lehrgang eindr\u00fccklich daran , dass Karate daf\u00fcr entwickelt wurde, t\u00e4tliche Angriffe heil zu \u00fcberstehen.<\/strong> Entsprechend fordern sie dazu auf, jede Technik und jede Partnerform, die wir im Training praktizieren, in diesem Kontext eingebettet zu betrachten. Auch wenn wir Teilaspekte oder einzelne Techniken verfeinern, sollen sie so ge\u00fcbt werden, dass sie stets als Teil eines dynamischen Kampfes wirksam angewendet werden k\u00f6nnen. Die technischen Schwerpunkte daf\u00fcr haben Uli und J\u00fcrgen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit auf den Weg gegeben.<\/p>\n<p>Text: J. Niemann, S. Laumann<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine helle, gro\u00dfe Sporthalle in M\u00fcnster, ein gro\u00dfer Kreis aus Turnb\u00e4nken, 60 Karateka sitzen eng an eng, es liegt Konzentration in der Luft. 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